Preisentwicklung

Donnerstag, 07.02.2019
Marktlage

Die Versorgungslage bleibt unter Druck, denn die Ausfälle in Venezuela nehmen tendenziell zu und könnten nach Ansicht einiger Experten noch nicht vollständig eingepreist sein. Selbst wenn der politische Umbruch kommt, dann könnte es noch lange dauern, bis der Abwärtstrend der Ölproduktion gedreht werden kann.

Die Produktionskürzungen der OPEC zum neuen Jahr sorgen für eine bullishe Grundkomponente am Markt. Diese sollte sich hingegen in den momentanen Preisniveaus weitestgehend widerspiegeln. Klar ist allerdings, dass die OPEC, insbesondere Saudi Arabien, erpicht darauf sind die Ölpreise nicht wieder so stark wie Ende Dezember absacken zu lassen. Zusammen mit Venezuela, aber auch mit der Aussicht auf ein Ende der US Ausnahmegenehmigungen bei den Iran Sanktionen im Mai, hat dies in den letzten Wochen für eine Bodenbildung gesorgt.

Nach oben bleibt das Potenzial jedoch durch die Skepsis der globalen Wirtschaftsentwicklung weiter gedeckelt. Zusammen mit der noch immer stark wachsenden US Ölproduktion, geht beispielsweise die OPEC davon aus, dass die Fördersteigerungen der Nicht-OPEC Länder das Ölnachfragewachstum dieses Jahr übertreffen muss. Das Ölangebot ist also mehr als ausreichend und ein Preisrutsch an den Börsen kann nur durch aktive Produktionskürzungen der OPEC und ihrer Verbündeten erreicht werden.

Mit den Kürzungen des Kartells steigt dann auch die Reservekapazität an, sodass die OPEC das Problem der Überversorgung mit ihren Maßnahmen lediglich weiter in die Zukunft verlagert. Auch wenn die Konstellation am Markt kurzfristig bullish werden kann, so deutet sich langfristig, über die kommenden Jahre, keine Preisexplosion an, wenn nichts unvorhergesehenes passiert.

In Libyen könnten nun noch weitere Mengen zurück auf den Markt kommen. Sollte die Kontrolle des Sharara Ölfeldes von der LNA an die Regierung in Tripolis friedlich übergeben werden, kann die Förderung des Landes um bis zu 400.000 B/T und damit wieder auf etwa 1,2 Mio. B/T steigen. Wenn die Sicherheit der Anlagen gewährt werden kann, plant man auch den Ausbau der Förderung auf etwa 1,6 Mio. B/T im Laufe des Jahres. Stabilität in Libyen könnte die Ölpreise in den kommenden Tagen und Wochen belasten.

Da die Bestätigung der Produktionsaufnahme in Libyen durch die NOC noch fehlt, ist der Markt noch zurückhaltend. Insofern nehmen wir fundamental weiter einen neutralen Standpunkt ein. Da die Ölfutures nach ihrem späten Preissprung gestern jedoch erst einmal auf hohem Niveau bleiben, und auch der Euro/Dollar-Kurs absackte und sich nicht nennenswert erholt, deuten sich bei den rechnerischen Inlandspreisen für den Moment deutliche Preissteigerungen zum Vortag an.

Ölpreis

Euro/Dollar

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